EINER WIE KEINER – ÜBER EINEN GANZ BESONDEREN BÄREN


Salut heißt er, weil er aus Paris kommt. Wir waren einkaufen, landeten in einem Laden auf der Champs-Élysées, dort war er gestrandet, in einem Korb voller Kuschelbären. Er hätte dort vielleicht noch lange gelegen, hätte Fanny ihn nicht entdeckt. Mama, sagte sie, mit dieser Stimme, der man so schwer etwas abschlagen kann, nur dass sie an diesem Tag noch ein wenig dringlicher war als sonst. Es war Liebe auf den ersten Blick. 

Das ist jetzt drei Jahre her. Fanny ist in diesen drei Jahren ein Schulkind geworden, sie kann Fahrrad fahren, den Gummibären-Song singen, kleine Zettel schreiben, die einem das Herz umdrehen, schweinebaumeln und auf Inlinern herumflitzen. Lauter Dinge, die sie vor drei Jahren noch nicht konnte. Ihre Liebe zu Salut ist aber immer noch so glühend wie in dem Augenblick, als die beiden einander gefunden haben. Wenn sie malt, sitzt er auf dem Tisch und schaut ihr beim Malen zu. Wenn sie in ihrem Bett liegt und liest, wenn sie einschläft, aufwacht, ist er dabei, und manchmal, wenn sie doch vergessen hat, ihn mit ins Bett zu nehmen, erschrickt sie sich ganz fürchterlich, Salut, sagt sie dann, ich brauche noch Salut. Er war mit in Paris, Amsterdam und Stockholm und auf jedem Spielplatz in der Umgebung. Er war auch dabei, als sie zum Arzt musste, vor ihrem Besuch wurde er ausführlich untersucht und behandelt, damit es ihr ein wenig leichter fiel. Manchmal trägt sie ihn in einem Tragetuch, wie ich jetzt gerade immer Hedi trage. Er trägt Mützen und Schals gegen die Winterkälte, manchmal auch einen Badeanzug, den er sich von Fannys Puppe Lotte leiht, und Pflaster, wenn er sich weh getan hat (manchmal auch, wenn er sich nicht wehgetan hat). An einigen Stellen ist sein Fell schon ganz platt gekuschelt. Offiziell ist er drei Jahre alt, Geburtstag hat er aber ungefähr einmal im Monat, dann singen wir für ihn und werfen ihn in die Luft und er darf aus dem Honigglas so viel naschen wie er will. Früher durfte er manchmal auch weiße Bohnen essen, die isst er nämlich besonders gerne, aber seit er sich eines Abends zum Mond gepupst hat und von dort nicht wieder herunter wusste, gibt es nur noch Honig und manchmal ein Stückchen Brot für ihn. 

In den Geschichten, die sie sich zum Einschlafen erzählen lässt und in denen sie sich aussuchen kann, wer in ihnen vorkommt, gehört Salut zur Stammbesetzung. Eine Zeitlang hielt er es vor Langeweile in seinem Wald nicht mehr aus, zu wenig Gesellschaft, zu wenig Abwechslung, zu wenig Honigsorten. Also machte er sich auf den Weg in die Stadt, aber die Menschen liefen davon, weil sie Angst vor Bären haben, bis eines Tages ein Mädchen namens Fanny vor ihm stand und ihn fragte, ob sie ihm helfen könne. Am Ende zog er bei ihr ein und sie machte ihm Honigbrot, eine Honigwaffel und Honigeis, gegen den schlimmen Hunger. Ein paar Wochen lang war er dabei, als es darum ging, dem Buchstabendieb den Buchstaben wieder abzujagen, den er geklaut hatte. Fanny hatte er ihr F gestohlen, deswegen nannten alle sie nur noch Anny. Walter, dem Wal, sein W, und Alter wollte er nun wirklich nicht genannt werden. Salut war ein besonders guter Buchstabenfinder, denn er hatte einen Trick: Alle zusammen legen sie sich in ein Bett, jeder bekommt einen Löffel Honig, nur Salut kriegt zwei, dann halten alle einander an den Hände, Pfoten, Tatzen, Flossen und schlafen ein. So landen sie im selben Traum, statt jeder in seinem eigenen, und in diesem Traum finden sie die verlorenen Buchstaben wieder – in einem Vulkankrater, auf einem Schiff, im Dschungel. Wenn sich keiner traute, nach den Buchstaben zu greifen, traute sich Salut. Er holte tief Luft und tauchte auf den Meeresboden, um das F wieder heraufzuholen. Er pustete es sogar trocken, bevor er es Anny zurückgab. Alters W versteckte sich hinter einer Kokosnuss auf einer sehr hohen Palme. Er kletterte hinauf und holte es zurück, obwohl er Kokosnüsse nicht leiden kann. So einer ist er. Jederzeit bereit für ein Abenteuer. Ein guter Freund. Loyal. Geduldig. Freundlich. Und immer honighungrig. 

Er ist da, einer von uns, wir sind jetzt nicht mehr vier, sondern fünf, denn schon längst lebt er auch für uns – es ist eine Lektion, die wir durch Fanny begriffen haben: Wer geliebt wird, hat eine Seele, Empfindungen, Gefühle, wie alle anderen Lebewesen auch. So ist das mit uns fünf.

Dieses Foto, das ich so mag, hat Simone Hawlisch gemacht, der ihr wahrscheinlich schon lange auf Instagram folgt, dort heißt sie fraueleinsonntag

EIN BLICK INS NEUE KINDERZIMMER



So sehr wir uns auf die neue Wohnung gefreut haben, so schwer ist uns auch der Abschied gefallen – vor allem Fanny. Damit es ihr ein bisschen leichter fällt sich einzuleben, haben wir den Umzug genutzt, um aus ihrem Zimmer ein Schulmädchen-Zimmer zu machen. Als ich sie gefragt habe, was sie toll fände, wünschte sie sich: etwas Knallgelbes, einen Platz für alle Lieblingskuscheltiere und eine geheime Geheimhöhle. Herausgekommen ist dabei dies:


1. Das Regenbogen-Bild, das Einhorn (von dem man nur die Mähne sieht) und die Kakteen sind allesamt von Meri Meri und zum Beispiel hier zu kriegen oder hier

2. Der Betthimmel ist von Numero 74 – wir haben ihn hier gefunden, in Weiß scheint es ihn gerade nicht mehr zu geben. Ich war mir erst nicht sicher, ob sich diese Investition wirklich lohnt, aber Fanny liebt den Himmel mit seiner Lichterkette und dass er ihr Bett zu einer Höhle macht, sobald sie den Vorhang zuzieht.

3. Das Setzkasten-Haus von H&M ist hier zu finden. Darin haben die gesammelten Spaziergang-Schätze, ihre Lieblingsplaymobilfiguren und ein paar Muscheln und Steine Platz.

4. Das Ikea-Bett gibt es hier.

5. Den Teppich hier.

6. Das Wolkennachtlicht von A Little Lovely Company habe ich hier entdeckt. Vertreibt ziemlich gut Monster.

7. Die Ikea-Holzkisten, die ich Gelb angemalt habe, sind hier zu bekommen, in groß und klein. Das Leuchtgelb hat sie sich selbst ausgesucht, es heißt (wenn ich mich richtig erinnere) Schwefelgelb.

8. Die Wandfarbe heißt Dimpse und ist von Farrow & Ball. Ein helles Grau, das den Raum sehr groß wirken lässt. Laut Beschreibung soll Dimpse aussehen wie die Farbe der Dämmerung. Mich erinnert sie eher an die Luft am Meer. *

9. Die Deckenlampe ist auch von Ikea und einfach mit großen, schwarzen Klebepunkten beklebt (online nicht zu kriegen, aber im Laden gab es noch welche).

10. Den Leuchtbuchstaben habe ich bei Victoria met Albert gefunden.

11. Das Mini-Kommode auf dem Schreibtisch ist auch von Ikea, gelb angemalt und hier zu finden. 

12. Die kleinen Schneekugeln haben wir auf unseren Reisen gesammelt, eine aus jeder Stadt, die wir besucht haben.

13. Die Papiergirlande über dem Bett haben wir zusammen gebastelt. Mit Seidenpapier von hier

14. Die Puppe habe ich zusammen mit der Puppenmacherin Maria Ribbeck gemacht. Sie heißt Lotte und wird sehr geliebt.

15. In unserem Flur steht jetzt ein großes Regal mit allen Kinderbüchern, aber neben dem Bett ist noch Platz für ein paar Lieblingsvorlesebücher. Gerade sind das: „Die kleine Hexe”, „Armstrong”, „Pluck mit dem Kranwagen”, „Geronimo Stilton: Fantasia ruft” (vor allem wegen der Duftseiten, die gruseligeren Seiten überspringen wir noch)  und „Polly Schlottermotz” (bald dann auch Band 3!).

PS: Da ich immer wieder Fragen zum Haustauschen gestellt bekommen, dachte ich mir, ich schreibe hier mal ein wenig ausführlicher darüber. Falls ihr also bestimmte Fragen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare oder schickt mir eine Email an: postanslomo(at)googlemail(dot) com

Kommt gut ins Wochenende!

* Einen Teil der Wandfarbe habe ich von Farrow & Ball zur Verfügung gestellt bekommen. 

PARIS-TIPPS: EIN SPAZIERGANG DURCH DAS MARAIS
(UND EINE PLAYLIST GEGEN DAS FERNWEH)

Wir waren schon so oft in Paris und reisen doch immer in eine andere Stadt. Ein Nebeneffekt des Haustauschens: Wir wohnen jedes Mal in einem anderen Viertel – meistens in einem, in das wir sonst wohl nie gekommen wären. Und plötzlich ist die Stadt voller Zuhauses (was die Paris-Liebe nur noch größer macht). Dieses Mal haben wir mitten im Marais gewohnt, einem Viertel, das ich schon vorher sehr mochte, aber erst dieses Mal so richtig kennengelernt habe. Auch weil wir fast die ganze Zeit nur in unserer Nachbarschaft geblieben und herumspaziert sind, mal nach rechts, mal nach links, mal Fanny hinterher. Eine Paris-Woche ganz ohne Eiffelturm und Sacré-Cœur, was merkwürdig, aber auch sehr schön war. Hier sind ein paar Lieblingsadressen dieser Woche – einige alte, auch ein paar neue. Ein paar der aufgezählten Orte liegen genau genommen nicht mehr im Marais. Ich habe sie trotzdem aufgeschrieben, weil ich es schade gefunden hätte, sie nicht zu beschwärmen. C´est parti. Auf einen Spaziergang durch das Marais.
   




Ich habe sie hier schon einmal empfohlen und würde es immer wieder tun, denn die kleinen Windbeutel schmecken so toll wie sie aussehen. Und bei Sonnenschein auf einer Parkbank zu sitzen und mit Passionsfruchtcrème gefüllte Windbeutel zu naschen, macht einen sehr weltversöhnt.
29 rue Debelleyme, 75003 Paris.

Ein wirklich hübscher Coffeeshop mit wirklich netten Menschen hinter der Theke und wirklich gutem Kaffee (wobei ich hier sicher nicht als Expertin spreche). 
54 rue de Saintonge, 75003 Paris.

Das wahrscheinlich meistfotografierte Café von Paris. Dass es hier immer voll ist, liegt aber auch daran, dass es hinter der hübschen, hellblauen Fassade ganz hervorragenden Kaffee gibt.
19 Rue du Pont aux Choux, 75003 Paris.


Jedes Mal, wenn ich in Paris bin, gehe ich im Café Charlot essen. Keine Ahnung, warum ich mich ausgerechnet in dieses Café verknallt habe, im Grunde ist es ein Café, wie man es in Paris an jeder zweiten Ecke findet. Vielleicht mag ich es deshalb so. Es ist einfach durch und durch französisch. Und perfekt, um den Parisern beim Vorbeigehen zuzusehen.
38 rue de Bretagne, 75003 Paris.

Bontemps
Eine kleine, feine Patisserie, in der man sich eine Box voller Köstlichkeiten für ein Picknick im Square du Temple besorgen kann – einen kleinen Park mit Spielplatz direkt gegenüber.

In diesem zauberhaften Café haben Fanny und ich unseren „Nur wir zwei”-Nachmittag bei heißer Schokolade verbracht. Wir hatten den schönsten Tisch, direkt am Fenster, und wenn ich an unsere Ferienwoche zurückdenke, fällt mir immer zuerst dieser Nachmittag ein. 
76 rue des Tournelles, 75003 Paris.


Die Schlange in dieser Bäckerei geht gerne mal bis raus auf die Straße, aber das Anstehen lohnt sich. Ich habe das Pain de Sucre, die Focaccia und die Chouquettes probiert und am nächsten Tag gleich Nachschub gekauft. Eine wirklich gute Bäckerei in einer an guten Bäckereien wirklich nicht armen Stadt.
14 rue Ternaux, 75011 Paris.



Marché des Enfants Rouge
Kein Spaziergang durch das Marais ohne einen Besuch auf dem ältesten Markt von Paris. Rumbummeln, schauen, für ein Picknick einkaufen. Obst, Gemüse, Blumen, Couscous und wenn man gerade Lust auf einen Burger hat: einen verdammt guten Burger.
39 rue de Bretagne, 75003 Paris.









Dieses Mal haben wir ganz in der Nähe von Merci gewohnt, was dazu geführt hat, dass ich fast täglich in diesem Concept Store vorbeigeschaut habe. Albern, klar, aber auch sehr glücklich machend, weil ich in letzter Zeit selten dazu gekommen bin, mal in Ruhe nach schönen Dingen zu stöbern und davon gibt es hier unendlich viel: Kleidung, Küchenkram, Kosmetik, Seifen, Lampen, Magazine oder Leinenbettwäsche. Und die kleinen Armbänder, die mir bisher immer viel Glück gebracht haben.
111 Bd. Beaumarchais, 75003 Paris.



Im dunkelblau gestrichenen Laden des französischen Labels Soeur, das sich die beiden Schwestern Domitille und Angélique Brion ausgedacht haben, bekommt man sehr lässige T-Shirts und Sweatshirts, Pullis und Taschen. Mir haben es vor allem die Baumwolltücher und butterweichen Blusen angetan, die ich seit letztem Sommer ständig trage. Immer diesen Schnitt. 
12 Bd. des Filles du Calvaire, 75011 Paris.

Die Kindermode von Bonton ist zauberhaft, die Preise sind aber happig. Deswegen kaufe ich zusammen mit Fanny in der Filiale gleich neben Merci am liebsten hübschen Kleinkram zum Spielen und fürs Kinderzimmer. Hinterher setzen wir uns Perücken auf und machen Quatschbilder im Passfoto-Automaten, wir haben schon eine ordentliche Sammlung.
5. Boulevard des Filles du Calvaire, 75003 Paris.


Hier gibt es unvernünftig schöne Hefte, Karten, To-do-Listen, Kalender und Blöcke, dazu Schreibtischzubehör wie Radiergummis oder Stifte.
5 Rue des Filles du Calvaire, 75003 Paris.


Mit Wörtern bestickte Ringelshirts, Hemden und Sweatshirts. Auf meinem steht „Liberté”, auf dem von Fanny „Petit Biscuit”. Ich habe sie zur Geburt von Hedi geschenkt bekommen, seitdem sind meine anderen Ringelshirts muffig. Ich kann ihre Eifersucht verstehen.
24 rue de Poitou, 75003 Paris.

Die Auswahl in diesem Laden ist klein, dafür aber besonders schön: Keramik, Gläser, Besteck und Kissen. Ich ärgere mich immer noch, dass ich mir keinen der Becher gekauft habe, die ich immer wieder in der Hand hatte, aber ich komme ganz bestimmt wieder.
10 rue du Pont aux Choux, 75003 Paris.



Hier bekommt man Papier aus Japan und eine große Auswahl an Origiami-Papieren. Dazu Girlanden mit kleinen Papiersternen oder Kranichen, auch zum Selberbasteln, Masking-Tape und Sticker.
54 Bd Richard Lenoir, 75011 Paris.

Sessùn
Sehr hübsche französische Mode. Es gibt auch einen Laden in Berlin, diesen halte ich trotzdem für erwähnenswert, weil es hier eine ganz fabelhafte Beratung gibt und ich es so mag, Dinge im Kleiderschrank zu haben, bei denen man immer an einen schönen Urlaub zurückdenkt.
6 rue du Pont aux Choux, 75003 Paris.

La Tresorerie
Noch so ein Laden, den ich gerne eingepackt und mitgenommen hätte. Die Seifenschalen, Einweckgläser, Teekannen und Sofadecken, die man hier bekommt, sind schlicht und schön und genau mein Fall. Zum Laden gehört auch das sehr hübsche Café Smörgås, das ich mir schon fürs nächste Mal vorgemerkt habe.
11, rue du Château d´Eau, 75010 Paris.

Ein zauberhafter Kinderladen voll kleiner und großer Schätze: Deko, Spielzeug, Lampen, Kindergeschirr und Geburtstagsdekoration und hübsche, taschengeldfreundliche Kleinigkeiten.
14 rue de Charonne, 75011 Paris.

Gleich um die Ecke findet man den Einrichtungsladen Ailleurs, den ich schon lange auf Instagram angeschmachtet hatte. Als ich dann endlich da war, hatte er geschlossen. Manchmal hilft es ja, sich vorher die Öffnungszeiten anzusehen. Vielleicht war das aber auch ganz gut so, wahrscheinlich hätte ich hier viel zu viel Geld ausgegeben.
17 rue Saint Nicolas, 75011 Paris.

Fürs nächste Mal vorgemerkt:
* Candelaria
Jacques Genin

Alle Adressen habe ich euch auf dieser Karte zusammengefasst.


Und falls ihr jetzt auch gerade ein wenig Fernweh habt, ist hier die Playlist, die ich gerade gerne höre: One Week in Paris.


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NEUES (UND ALTES) FÜR DIE WÄNDE: NEUN LIEBLINGSPRINTS


Das Schöne an einem Umzug: Man mistet endlich mal richtig aus. Und hat einen Vorwand, die Wände neu zu behängen. Hier sind ein paar Prints, die mir gut gefallen – vielleicht seid ihr ja gerade auch auf der Suche.

1) „Green Leaves” von Desenio. Seit unserem Umzug bin ich total pflanzenverknallt. Ich habe mir ein paar Töpfe zugelegt und dann noch ein paar mehr. Und freue mich jeden Tag über sie. Über meinem kleinen Garten hängen diese grünen Blätter.
2)  „Leaf lines (blue)” von Silke Bonde. So schön zart.
3) „Black &” von Desenio. Ich mag Unds, deswegen hängt dieses über meinem Schreibtisch.
4) „Tiger” von Fine Little Day. Diesen Tiger habe ich beim Rumstöbern auf Ink + Olive entdeckt. Jetzt bewacht er unser Schlafzimmer.
5) „Monstera Three” von Desenio. Ich sag ja: pflanzenverknallt.
6) „Above the Clouds” von Christoph Abatzis über Junique, weil Wolkengucken immer eine gute Idee ist.
7) „Finds” von Fine Little Day. Diese Fundstücke erinnern mich an die Dänemark-Urlaube meiner Kindheit, die wir hauptsächlich damit verbrachten, Schätze zu sammeln. Vom Wasser abgeschliffene Scherben, besonders runde oder pechschwarze Steine, manchmal auch einen klitzekleinen Bernstein. Meine Sammlung sah allerdings nie so hübsch aus.
8) Das „Enjoy it” von Petersen hängt schon lange an meinen Wänden und findet immer wieder einen neuen Platz.
9) „In voller Blüte” von Lumelena. Für immer blühende Rosen, weil ich die leise Melancholie dieses Bildes sehr mag.

Was hängt denn an euren Wänden? 
Kommt gut in die Woche!
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DER APRIL UND DER MAI 2017
(UND WAS SIE GUT GEMACHT HAT)


WAS LOS WAR
Der April begann mit meinem Geburtstag. Dann sind wir für eine Woche nach Paris gefahren. Eine Reise, die wir ausgemacht hatten, bevor wir wussten, dass wir umziehen. Erst habe ich geflucht. Wer verreist bitte eine Woche vor einem Umzug (und zwar als Haustausch – also ohne Kisten packen zu können, die Gäste sollen es ja gemütlich haben)? Am Ende war diese Woche wohl das Beste, das uns passieren konnte. Ein großes Atemholen vorm Umzugsmarathon. Von all den schönen Paris-Reisen vielleicht die schönste, weil wir uns einfach haben treiben lassen. Dann der Umzug, der weniger chaotisch war, als befürchtet (vor allem, weil wir so tolle Unterstützung hatten). Jetzt leben wir uns langsam ein, finden neue Rituale und Lieblingsplätze und legen uns in die Badewanne. Was für verrückte, kräftezehrende, fantastische zwei Monate.

DAS BESTE AN DER NEUEN WOHNUNG
Ach, so vieles, auch wenn die alte Wohnung eine so große Liebe war. Sie ist unglaublich hell. Morgens scheint die Sonne in die Küche, am Abend durch die Balkontür auf meinen Schreibtisch. Überhaupt: dieser Schreibtisch. Er ist groß und steht vorm Fenster und vor dem Fenster steht ein Baum und am Ende der Straße gibt es eine Wohnung, in der spät nachts auch immer noch das Licht brennt. Und erwähnte ich schon die Badewanne? 

SCHÖNSTER MOMENT
Als Fanny mich mit geschlossenen Augen in die Küche geführt hat, wo ein riesiger Kuchen mit Kerzen stand, und dann alle Geburtstagslieder gesungen hat, die sie kannte. Als wir am ersten Morgen in Paris bei offenem Fenster in der Küche saßen und Pains au chocolat futterten. Als das Wohnzimmer dunkelblau gestrichen war und ganz genau richtig aussah. Als ich am ersten Morgen in der noch vollkommen chaotischen Wohnung aufwachte und dachte: doch, das war die richtige Entscheidung. Als Hedi plötzlich sitzen konnte.

EIN GEGENSTAND, VON DEM ICH NICHT WUSSTE, DASS ICH IHN JE BRAUCHEN KÖNNTE UND DEN ICH JETZT NICHT MEHR MISSEN MÖCHTE
Der Aromadiffusor von Muji – das Geburtstagsgeschenk meiner Eltern. Immer in Benutzung, wenn Hedi gerade nicht in der Nähe ist. Jedes Mal, wenn ich ihn anstelle, macht er mich ruhig und friedlich. Und dieser Duft.

AUS PARIS MITGEBRACHT

GERNE GEGUCKT
„So isst Israel” – eine dreiteilige Dokumentationsreise von der Wüste Negev nach Jerusalem. Erzählt von Tom Franz, einem unglaublich sympathischen Rheinländer, der die israelische Version von „Masterchef” gewonnen hat. (Hier ist ein Interview mit ihm über die Küche Israels.)

GERNE GEHÖRT

GERNE GEKLICKT
Diese Geschichte über einen 15-jährigen Schüler und seinen Newsletter: „Wake Up to Politics”. 
Eine Frau und ihr Notizbuch. Ich liebe meines auch so sehr (und benutze es jeden Tag). 
* Den Instagram-Account von Catherine Dupon. Was für ein Stil.   
* Wie gerne hätte ich dieses Buch.
* „To be happier, focus on what´s within your control.”

NOCH NICHT GEGUCKT, GELESEN, GEHÖRT (WAS HOFFENTLICH NACHGEHOLT WIRD, SOBALD ICH DAZU KOMME)
* Ich habe viel Gutes von der Fernsehserie „This Is Us” gehört. Habt ihr schon mal reingeschaut?
* Noch eine Serie, die auf meiner Liste steht: „Big Little Lies”. (Wobei diese Kritik nicht gerade euphorisch klingt).
* Und endlich: „Alles inklusive” von Mareice Kaiser. 

Wie waren die letzten zwei Monate für euch? Ich hoffe, ihr habt viel Schönes erlebt.
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MACHERINNEN: FARROW & BALL-KREATIVDIREKTORIN CHARLOTTE COSBY IM GESPRÄCH ÜBER QUEREINSTIEGE, DEN CHARAKTER VON FARBEN UND DIE NEUESTEN TRENDS





Die Wände in allen meinen Wohnungen waren immer weiß. Bis auf das Kinderzimmer in der letzten Wohnung, das in einem so hellblauen Hellblau gestrichen war, dass es eher die Ahnung einer Farbe war als wirklich eine. Vielleicht liegt es am Umzug oder mir ist ein Mut gewachsen, den ich bisher nicht hatte. Vielleicht habe ich auch einfach nur zu lange auf die Farrow & Ball-Farbkarte gestarrt. Auf der stehen 132 Farben, die Elephant´s Breath oder Yellowcake heißen und die so aussehen, dass man unbedingt wissen will, wie es sich in Räumen leben würde, die mit ihnen gestrichen sind. Von Wänden umgeben, auf die ein Elefant geatmet hat. Jedenfalls beschloss ich, dass die Wände in der neuen Wohnung nicht überall weiß bleiben sollen. Dass aus den Rechtecken auf der Farbkarte Räume werden. Bist du dir sicher, fragte er. Ich mich auch, wenn ich den Kopf wieder eingeschaltet habe. An Farben kann man sich übersehen. Und was, wenn sie dann doch nicht gut aussehen. Weiß sieht ja auch schön aus. Außerdem sind die Preise für Farrow & Ball-Farben ganz schön Prada. Aber der Wunsch blieb. Und am Ende siegte die Verknalltheit. Es musste einfach sein. Ich habe uns ein paar Musterdosen gekauft, geschaut, welche Farbe funktioniert und welche nicht, und wie das Licht auf ihnen spazierengeht. Und dann haben wir das Wohnzimmer doch nicht wie geplant Stiffkey Blue, sondern Hague Blue gestrichen (das Dunkelblau war seine Idee und jetzt mag ich es so sehr). Und die Kinderzimmer in Dimpse – einer Farbe, die aussieht wie frische Luft, ganz klar, aber nicht kalt. Und das Bad in Peignoir, einem sehr grauen Rosa oder doch eher rosafarbenen Grau? Jedenfalls: meiner Lieblingsfarbe. Zu meiner großen Freude hat mir Farrow & Ball einen Teil der Farben, die ich dafür brauchte, zur Verfügung gestellt. Und jetzt? Weiß ich, wie wirksam Farbtherapie ist. Als nächstes werde ich unseren Küchentisch streichen. Die Farbe dafür habe ich schon gekauft. Sie ist ein bisschen irre für einen Küchentisch, aber wir können es kaum erwarten. Irgendwann, sobald die Umzugskistenberge abgearbeitet sind, werde ich hier Fotos zeigen. Vorab gibt es jetzt ein Interview mit Charlotte Cosby. Sie ist Kreativ-Direktorin der britischen Firma, die 1946 in Dorset gegründet wurde. Ich habe ihr ein paar Fragen über ihren Job und all die Dinge gestellt, die mir beim Farben-Herumüberlegen in den Kopf kamen. Vielleicht interessiert euch das ja auch...

Sie sind Creative Director bei Farrow & Ball. Wie kommt man an so einen Job? 
Charlotte Cosby: Ich habe an der Uni Management studiert und gleich danach in einer Bank zu arbeiten begonnen – um herauszufinden, dass mich Analysen des Schweizer Marktes nicht wirklich interessieren. Also habe ich meine Sachen wieder gepackt und bei einer Londoner Werbeagentur als Planerin angeheuert – um herauszufinden, dass mich das Kreative viel mehr interessierte. Also habe ich für eine Innenarchitektin und für eine Galerie gearbeitet, bis ich, im zarten Alter von 23, meinen Hafen bei Farrow & Ball fand. Ich fühlte mich wie ein Kind in einem Süßigkeitenladen voller Farben und Muster und beobachte jetzt schon zehn Jahre lang, wie die Marke sich entwickelt.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? 
Ich habe einen dieser Jobs, in dem kein Tag dem anderen gleicht – was einer der Gründe dafür ist, dass ich ihn so mag. Es kann alles mögliche passieren: das Ausprobieren neuer Designs und Farbkombinationen in unserer Tapetenfabrik, die Suche nach neuen Ideen mit meinem Team, das Beaufsichtigen von Photoshootings für unsere Werbekampagnen oder der Besuch von Designmessen, um neue Trends zu recherchieren. 

Jede Farbe von Farrow & Ball hat ihre eigene Geschichte. Wie beginnt die Entwicklung einer neuen Farbe und wovon lässt man sich dabei inspirieren?
Das Tolle an unseren Farben ist, dass jede von ihnen sich aus einer ganz besonderen Geschichte oder Bedeutung herleitet, die in ihrem Namen angedeutet wird. Wir lassen uns von der Schönheit der Natur inspirieren, von unserem Firmensitz in Dorset, von alten Häusern, beeindruckenden Menschen, sogar vom Hautton von jemandes Backen! Ich bin auch schon mal mit einem Fossiliensammler an der Jurassic Coast unterwegs gewesen, um nach einem Ammoniten-Fossil zu suchen, weil wir überprüfen wollten, ob wir die Farbe richtig getroffen hatten.

Was muss eine Farbe eigentlich haben, damit sie in den Laden kommen darf? Wir sprechen dabei ja über winzige Grade und Nuancen...
Wir führen nur alle zwei oder drei Jahre neue Farben ein, und weil die Entwicklung so lange dauert, ist es jedes Mal richtig aufregend. Wir haben auf unserer Farbpalette immer nur 132 Farben, und das bedeutet, dass sich jede einzelne Farbe ihren Platz wirklich verdienen muss. Wenn eine Farbe bereit ist, auf den Markt zu kommen, hat sie, was alle unsere Farben zu bieten haben – eine unvergleichliche Tiefe und Lebendigkeit.

Als ich das richtige Blau für mein Wohnzimmer suchte, habe ich schnell festgestellt, dass die unterschiedlichen Blaus einen sehr eigenen Charakter haben. Drawing Room Blue ist sehr aufgeräumt, Hague Blue irgendwie erdig und Stiffkey Blue sehr natürlich und sauber. Beim Betrachten der Farbpalette reagierte ich auf jede Farbe sehr spezifisch, und ich habe mich gefragt, wie diese Reaktionen zustandekommen. Können Sie mir beschreiben, wie eine Farbe zu ihrem Charakter kommt? 
Ich glaube, dass Farben ihren entscheidenden Charakter durch die zugrundeliegenden Töne erhalten. Hague Blue hat zum Beispiel Anklänge von Grün und erhält dadurch einen vielseitigeren Reiz und zusätzliche Dramatik, während Stiffkey Blue sich eher wie ein wirkliches Blau anfühlt, in dem keine anderen Farbtöne dominieren. Wir alle sehen Farben unterschiedlich, und Entscheidungen werden oft emotional getroffen, etwa, wenn wir zu bestimmten Farbgruppen oder Tonlagen hingezogen werden. Diese emotionalen Entscheidungen können von den verschiedensten Elementen ausgelöst werden – von Fotostrecken in Magazinen oder von Freunden, die Designtrends folgen. Oft werden sie aber von Unbewusstem ausgelöst, von Erinnerungen an Glücksmomente oder Orten, die wir bereist haben.

Ich mag Farben, hatte aber nie den Mut, meine Wände zu bemalen. Ich möchte beispielsweise unbedingt mein Wohnzimmer in Stiffkey Blue streichen, gleichzeitig habe ich einen Riesenrespekt davor...
Stiffkey Blue hat einen wunderbaren dunkelblauen Ton, der von der Farbe des Schlammes am Strand von Stiffkey inspiriert ist. Es würde jedem Raum mehr Dramatik geben. Es ist eine sehr zeitgemäße Farbe, die eine stylische und doch gemütliche Atmosphäre erzeugt, sei es in einem modernen oder in einem Landhaus. Wenn dich die Vorstellung nervös macht, deine Wände damit zu streichen, würde ich es in einem kleinen Raum ausprobieren, im Badezimmer oder in der Garderobe zum Beispiel, wo Stiffkey Blue aufgrund seiner Blautöne eine intime, stimmungsvolle Atmosphäre erzeugen würde. Für eine fröhlichere Anmutung würde ich die Farbe in Kombination mit Light Blue oder Setting Plaster für eine hervorgehobene Wand verwenden. 

Welche drei Dinge sollte man beherzigen, wenn man die richtige Farbe für seine Wände sucht?
Erstens: Über die Architektur, den Zweck, den Schnitt, die Ausrichtung und vor allem das Licht eines Raumes nachdenken. All das trägt zur Anmutung einer Farbe bei. Zweitens: Die Farben am gewünschten Ort mit einer Musterdose testen, um herauszufinden, wie sie auf die Lichtverhältnisse reagieren. Es gibt kein richtig oder falsch, aber ein Test am Einsatzort sagt einem, ob eine Farbe wirklich zum Raum passt oder nicht. Es ist auch eine gute Idee, mit dem Raum zu beginnen, in dem man am wenigsten Zeit verbringt. Ein seltener benutztes Esszimmer oder ein Badezimmer sind toll, um eine Farbpalette auszuprobieren, weil man dort nicht gleich überwältigt wird und Zeit hat, sich allmählich an sie zu gewöhnen. Und ein kleines Badezimmer in mutigen Farben wie Brinjal, Pelt oder Rectory Red wird schnell zum Gesprächsthema werden.

Apropos Gesprächsthema: Gibt es gerade bestimmte Farbtrends? Und was sind zeitlose Klassiker?
Unsere Farben für das Frühjahr 2017 sind Studio Green, Hay, Radicchio und All White. Diese Farben verbinden dramatische, lebhafte Akzente mit zurückgenommenen und subtilen Tönen und funktionieren sowohl in modernen als auch traditionellen Umgebungen. Neutrale Farben sind immer zeitlose Klassiker. Viele Leute fühlen sich in sorgfältig ausbalancierten Farbumgebungen wohl, aber wir bemerken auch, dass die Menschen bei ihrer Farbwahl immer kühner werden und die Klassiker als Akzent zusammen mit stärkeren Farben verwenden – eine großartige Methode, um Klassisches mit einem Trend zu verknüpfen.



Vermutlich eine schwierige Frage, aber: Welche Farbe spricht Sie gerade am meisten an?
Meine Lieblingsfarbe ändert sich ständig. Im Augenblick liebe ich Hay, diese Farbe hat mich in eine kleine Obsession gestürzt. Sie ist warm und unglaublich zart. Ich glaube, ich muss meine Küche schon wieder neu streichen!

Vielen Dank.

Eine kostenlose Farbkarte gibt es hier. Mehr über die wasserbasierten Farben und ihre Herstellung hier. Habt ein schönes Wochenende!

Dieser Beitrag ist in freundlicher Kooperation mit Farrow & Ball entstanden. Die Meinung über diese Farben ist ganz meine.
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ABSCHIED VON EINER WOHNUNG

Einmal noch durchgehen, einmal noch schauen, die Geräusche hören, einmal noch. Das Knarzen der Dielen. Das Echo jetzt, weil es nichts mehr gibt, das die Schritte oder Worte dämpft. So leer, wie es jetzt ist, war es noch nie.

Als wir vor neun Jahren einzogen, war die Küche schon da. Wir hatten sie von unseren Vormietern übernommen und waren dankbar dafür. Nicht nur, weil wir keinen Herd oder Kühlschrank kaufen mussten, sondern auch, weil wir uns wegen der Küche in diese Wohnung verliebt hatten. Dieser riesige Raum, der so groß war wie ein Wohnzimmer. In den ein Esstisch für acht und zwei Bücherregale passten, ohne dass man danach Platzangst hätte haben müssen. Als wir diese Küche bei der Besichtigung sahen, haben wir sofort gesagt: Hier wollen wir leben. Während die anderen aus der Besichtigungskarawane sich sofort wieder verabschiedeten – der Schnitt der Wohnung war merkwürdig, man merkte ihr an, dass sie aus zwei zusammengelegten Wohnungen bestand, es gab auch keine Badewanne, das Bad war kaum einen Meter breit und das dritte Zimmer so klein, dass es nur als halbes zählte, vor neun Jahren konnte man es sich ja noch leisten, wählerisch zu sein, wusste man doch, dass man eine andere Wohnung im Kiez finden würde. Wir wollte genau diese. Wegen der Küche, wegen des heruntergerockten Holzbodens, der hohen Räume mit dem altmodischen Stuck, wegen der unverputzten Hausfassade, weil sie uns nach unserer Hamburger Wohnung wie ein Palast vorkam, weil es sich anfühlte, als könne man hier glücklich sein. Aber vor allem wegen der Küche. 

Nachdem wir den Vertrag unterschrieben hatten und uns die Wohnung ein zweites Mal ansahen, saß unsere Vormieterin in dieser Küche, die damals noch knallorange gestrichen war. Sie saß am langen Küchentisch und erzählte von der neuen Wohnung, in der sie endlich Platz hätten mit ihren Kindern. Neben dem großen Tisch stand ein kleiner, für die Kleinen. An der Wand im Wohnzimmer hing ein weit verzweigter Familienstammbaum, die Wände waren bunt, die Böden im Schlaf- und Kinderzimmer bootsdeckweiß. Wir fühlten uns zu Hause, bevor es zu unserem Zuhause wurde. 

Als wir einzogen, war die Wohnung wieder weiß und bis auf die Küche ganz leer. Dann zogen unsere beiden Leben ein. Sein riesiges Bücherregal, über das ich erst schimpfte, und das ich von der Sekunde an liebte, als es aufgebaut war. Für unsere Hamburger Wohnung war es zu groß gewesen. 20 lange Aluschienen, 80 Bretter. Der riesige Schrank, der im Kinderzimmer stand, das damals noch kein Kinder-, sondern ein Gästezimmer war. Wer braucht so viel Schrank, fragte er. Und der Küchentisch. 

Der Küchentisch, an dem ich ihm sagte, dass ich schwanger bin.

Und sechs Jahre später noch einmal, lachend, während ich heulte, total durcheinander und irrsinnig glücklich.

Der Küchentisch, an dem wir uns verlobt haben.

Die Küche, in der Fanny ihre ersten Schritte gelaufen ist, vom Kühlschrank bis zum Herd, und wieder zurück und gleich noch einmal. 

Die Tafelwand, die er mit Fanny eingemalt hat, nachdem ich die beiden mit ihr überrascht hatte. Sie stand vor der Tafel, er malte immer neue Versionen von ihr an die Wand. Eine Fanny mit Krone. Eine Fanny mit Cowboyhut. Einen Engel. Eine Hasenfanny. Den Cowboy mochte sie am liebsten. 

Dann das Schlafzimmer. Wieviele Nächte ich hier wach gelegen habe, Fanny wieder einschuckelnd, und jetzt Hedi. Damals habe ich angefangen, mein Weblog zu schreiben. Ich habe es Slomo genannt, aber es hätte auch Nachttexte heißen können. Immer, wenn ich nicht schlafen konnte oder wieder wach war, schrieb ich. Der Rechner leuchtete im Dunkeln, neben mir schnarchte das Baby sein Babyschnarchen und ich schrieb. Aufgeregt, auch ängstlich, aber aufgeregter als ängstlich und sehr glücklich darüber, einen Ort für mich gefunden zu haben. Am Baum vorm Fenster konnte man die Jahreszeiten ablesen, sehen, wann der Sommer zu Ende ging und der Frühling kam. 

Das kleine Zimmer, aus dem schon Wochen vor Fannys Geburt ein Kinderzimmer wurde, weil ich das Warten so schwer aushielt. Wie oft ich an ihrem Wickeltisch stand, bevor sie kam, endlich da war. Die Nachmittage, die ich ihr dabei zugesehen habe, wie sie auf ihre Krokodiltreppe kletterte, alle drei Stufen hinauf, und dann absprang und lachte, malmalmal, und wieder von vorne, ein, zwei, drei. Nachdem wir angefangen hatten, Striche an den Türrahmen zu malen, musste auch alles andere vermessen werden. Ein Strich für ihren Bären. Ein Strich für ihren Hund. Ein Strich für das Nachbarsmädchen von oben, damals war es einen halben Meter größer als Fanny. Der letzte Strich reichte fast an diesen heran. 

Der Flur, in den ich mir mein Büro gebaut habe, weil sonst nirgendwo Platz war. Ein merkwürdiger Ort, um seinen Schreibtisch aufzustellen. Öffnete man die Wohnungstür, stand man direkt vor meinem Tisch. Manchmal fluchte ich darüber – immer rannte jemand vorbei, immer musste ich das Licht anmachen, sogar im Sommer – und doch mochte ich meine komische, dunkle Ecke. Über die Jahre hatte alles seinen Platz gefunden. Unsere Passfotosammlung an der Wand und Fannys Bilder. Die Kalender der letzten zehn Jahre. Das Fucking-Poster, Get over your fucking self. Und die Kiste, in der meine Vergangenheit wohnt.

Das Bad, klein, aber groß genug. Hier habe ich mein erstes graues Haar entdeckt. Und mein zweites. Und dass ich mich mit kurzen Haaren mag. Und mit roten Lippen. Und diesem Körper, der zwei Kinder auf die Welt gebracht hat (nicht immer, aber oft).  

Das Wohnzimmer, das zu unserer Höhle wurde, als zu Fannys Geburt das Riesensofa einzog. Der graue Koloss ist nicht das schönste Sofa, das die Welt je gesehen hat, aber das gemütlichste. Platz für uns drei, jetzt für uns vier. Gästebett, Spielplatz, Picknickwiese. Auf den Balkon passte ein Stuhl. Hier habe ich die letzte Zigarette meines Lebens geraucht, ohne zu wissen, dass es die letzte sein würde. Meine letzte Zigarette war eine sehr undramatische. Ich mochte einfach nicht mehr. Da wusste ich noch nicht, dass ich schwanger bin. Wenn es heiß war, stellten wir Fanny die Klappbabywanne auf den Balkon. Sie quietschte und versuchte, das rieselnde Wasser aus dem Spielbecher festzuhalten.

Eigentlich wollte ich nicht wieder nach Berlin ziehen. Ich mochte die Stadt, ich habe gerne hier studiert. Berlin war gut zu mir, aber nach ein paar Jahren war ich endlich in Hamburg angekommen. Ich wollte nicht schon wieder neu anfangen. Ich wollte aber auch nicht von ihm getrennt sein, nicht nach anderthalb Jahren Fernbeziehung, und der Job, den er angeboten bekommen hatte, war keiner, den man ablehnen wollte. Also schauten wir uns Wohnungen an. Eine, noch eine, noch eine, dann diese. Seit ich von zu Hause ausgezogen bin, habe ich in sieben Wohnungen gelebt. In keiner anderen länger als in dieser. Und in keiner war ich so glücklich. Hier ist aus uns beiden eine Familie geworden. Hier haben wir geredet, gestritten, geschrieben, gefeiert, gekocht, geliebt und das Glück nie wieder losgelassen. Ich freue mich so auf alles, was jetzt kommt. Auf die Badewanne, darauf, dass jetzt beide Mädchen ein kleines Zimmer bekommen, überhaupt: auf diesen Anfang. Und doch fällt es schwer, diese Tür zu schließen. Einmal noch durchgehen. Wie die Schritte hallen. Jetzt sind wir weg. Mach´s gut. Und: danke.

DER MÄRZ 2017 (UND WAS IHN GUT GEMACHT HAT)


WAS LOS WAR:
Zu viel gleichzeitig. Kranksein, wenn man nicht krank sein kann, weil das Baby krank ist. Und dann richtig krank zu sein, wenn das Baby wieder gesund ist. Dann war da auch noch die Wohnung, die umzugsfertig gemacht werden muss (verrückt, was sich in einer Wohnung, in der man fast zehn Jahre gelebt hat, alles ansammelt). Die letzten Tage haben mich Kraft gekostet. Da auf Mist aber ja bekanntlich schöne Pflänzchen wachsen, hat all das auch Gutes gebracht. Die Erkenntnis, dass ich mehr Kraft habe, als ich dachte, zum Beispiel. Und wir gut im Zusammenhalten sind.

WAS MICH BESCHÄFTIGT HAT:
Vor allem die Frage: Was brauche ich wirklich? Es hat gut getan, sich von vielem zu trennen und Ordnung zu machen. Wenn ich jetzt den Kleiderschrank öffne, sind da nur noch Stücke, die ich immer wieder trage. Und ich vermisse nichts. Dann waren da aber auch viele Stücke, von denen ich mich niemals trennen werde, weil sie zu meinem Leben gehören, Geschichten erzählen, mich an Momente erinnern. Der Ordner mit meinen allerersten Artikeln (auweia!). Die Kiste mit den Fotos und wahnsinnig dramatischen Briefen und Notizen aus meiner Teeniezeit (oh, Gott!). Und die riesige Kiste mit Bildern von Fanny (hach!). All das zieht mit um, eben weil diese Dinge Ausrufezeichengefühle machen.

SCHÖNSTER MOMENT:
Der erste Ausflug ganz allein mit Fanny, nur wir zwei. Wie schön das war (auch wenn wir ein bisschen Herzziepen hatten). Ein sonniger Samstagnachmittag, Apfelcrumble und Limonade, neue Turnschuhe für den Frühling und sehr viel Rumkuscheln. 

AM LIEBSTEN GEGESSEN:
Spaghettieis. Das erste schmeckt immer am besten. 

FÜR DIE WOHNUNG GEKAUFT:
Einen Teppich für Hedis erstes Zimmer. Und einen Bett-Himmel für Fanny, der ihr neues Zimmer hoffentlich sehr kuschelig und den Umzug ein bisschen leichter macht. 

GESUCHT UND GEFUNDEN:
Ein lässig geschnittenes Jeanshemd. Jetzt suche ich noch schwarze Sommersandalen. Diese hier? 

GERNE GEGUCKT:
Die dänische Krimi-Serie „Dicte” auf Netflix. Die Journalistin Dicte Svendsen berichtet für die Aarhuser Lokalzeitung vor allem über Kriminalfälle. Und treibt mit ihrer Sturheit den ermittelnden Kommissar Wagner manchmal in den Wahnsinn. Spannend, total sympathisch und mit der wunderbaren Iben Hjejle.

GRÖSSTE VERÄNDERUNG: 
Ich habe mir wieder die Haare kurz geschnitten. Und es bislang nicht eine Sekunde bereut.

SEHR GERÜHRT HAT MICH:
Dieser Text eines amerikanischen Astronauten über die Dinge, die er im Weltall vermisst hat. Die Dokumentation über seine Reise kann man sich hier ansehen. Und dieser unglaubliche Text: „You May Want to Marry My Husband”.

SONST GERNE GELESEN, GEKLICKT UND ANGESCHAUT:
* Diese Geschichte über Anthony Bourdain.
* Das berühmte Kreuzworträtsel der New York Times wird 75 Jahre.
* „Der Unzumutbare” – ein Portät über Maxim Biller.
EIN PS:
Falls jemand von euch gerade in Paris war, und noch einen Tipp hat – schöne Shops, Cafés, Spielplätze, Ausstellungen – ich würde mich wirklich freuen.

UND NOCH EIN PS:
Vermutlich wird hier auf Slomo im April nicht viel passieren. Wir machen wieder einen Haustausch, um einmal kurz Luft zu holen, danach ziehen wir um. Ich melde mich wieder, wenn das Leben nicht ganz so wild ist. Bis dahin habt´s schön! (Und falls ihr zwischendurch ein paar Eindrücke haben wollt: Auf Instagram geht´s auch im April weiter...).

Wie war denn euer März? Hoffe, er hat euch viel Schönes gebracht.

MACHERINNEN: LAURA HUPPERT ÜBER DIE GRÜNDUNG IHRES SCHMUCKLABELS TING GOODS (UND EINE VERLOSUNG!)



Wenn ich etwas Schönes für meine Wohnung oder ein Geschenk für eine Freundin suche, dann gehe ich zuerst zu ting. In ihrem Laden im Berliner Prenzlauer Berg verkauft Inhaberin Laura Huppert ihre Lieblingsfundstücke aus dem nahen Norden und fernen Osten, und ich weiß nicht, wie sie das anstellt, aber sie trifft dabei immer meinen Geschmack. Neu in ihrem Sortiment ist ihre Schmucklinie ting goods. Weil die mir ganz genauso gut gefällt, habe ich Laura gefragt, wie sie es geschafft hat, nun auch noch ein Schmucklabel zu gründen. Und wie ihre Stücke entstehen.

Laura, du betreibst einen meiner absoluten Lieblingsläden: ting. Neuerdings gibt es auch ting goods, deine Schmucklinie. Wie kam es dazu?
Die Idee zu ting goods entstand auf einer der vielen Asien-Reisen, die wir unternehmen, um neue tolle Dinge für ting zu entdecken. Wir waren in Indien unterwegs, in Jaipur, und haben dort zum Glück unsere jetzigen Partner Vipin und Parimal kennengelernt und im ersten Schritt ein paar Schmuckstücke für den Laden gemacht. Wir waren dann so begeistert davon, wie die beiden unsere Ideen in Handarbeiten umsetzen, dass wir einfach Lust hatten, mehr mit ihnen zu arbeiten und zusammen tollen Schmuck zu fairen Bedingungen zu produzieren.

Entwirfst du die Stücke selbst? 
Ja, zumindest im Anfangsstadium sind alle Stücke meine Idee. Da ich selber nicht viel Erfahrungen beim Silberschmieden habe, gibt es aber meistens noch einige Änderungen, wenn wir zusammen in Indien die Musterstücke machen.

Wie beginnst du also?
Ich gehe immer davon aus, was für Schmuck ich selbst mag, und das sind eher schlichte, aber nicht langweilige Sachen, für jeden Tag. Nichts, bei dem man denken muss „Oh, das ist nur etwas für ganz besondere Anlässe”. Im Endeffekt möchte ich unkomplizierten Schmuck für unkomplizierte Frauen machen. 

Wie würdest du den Stil dieses Schmuckes beschreiben?
Unser Schmuck verbindet skandinavischen Minimalismus mit indischem Handwerk. Das bedeutet für mich, dass unsere Formensprache eher schlicht und zurückhaltend ist, dabei aber der handwerkliche Aspekt zu sehen bleibt – kleine Unterschiede und Imperfektionen gehören da dazu. Ich finde es schön, wenn man den Stücken ansieht, dass sie handgemacht sind.

Haben bestimmte Stücke eine besondere Bedeutung für dich?
Letztes Jahr haben wir in Jaipur auf dem Basar wunderbare Glasperlen gefunden, mit denen ich unbedingt etwas machen wollte. Wir haben dann noch ein paar andere Zutaten besorgt und lange Ketten daraus gemacht, die etwas bunter und weniger schlicht sind, als unsere anderen Sachen. Da geht manchmal so ein kleiner Hippie mit mir durch... Dann haben wir gemerkt, dass wir mit unseren ungeübten Händen ewig brauchen zum Auffädeln. Am Ende haben das dann Parimals Frau Kalpana und ihre Freundinnen übernommen, und wir freuen uns, dass so ein kleiner Nebenverdienst für diese Frauen entstanden ist.



Wieso lässt du deinen Schmuck in Indien fertigen?
Wir sind schon immer viel durch Asien gereist und verdanken den Menschen und Orten dort sehr viel. Für uns ist es ein persönliches Bedürfnis, diesem Teil der Welt etwas zurückzugeben, unter anderem in Form von Arbeitsplätzen und fairer Bezahlung. Indien ist ein sehr armes Land und wir finden, dass ein guter Arbeitsplatz dort mindestens so wichtig ist, wenn nicht noch viel existentieller, als hier. Und natürlich spielt es eine Rolle, dass Jaipur eine lange Tradition in der Schmuckherstellung hat und es toll und aufregend ist, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ihr Handwerk verstehen.

Wie läuft die Herstellung ab?
Meist läuft das so ab, dass ich mir hier in Berlin neue Sachen überlege und Vipin dann die ersten Zeichnungen und Maße schicke. Daraufhin schauen sich Vipin und Parimal das an, machen mich auf mögliche Probleme aufmerksam und bereiten erste Muster vor. Dann sind wir einmal im Jahr für ein paar Wochen in Jaipur und arbeiten zusammen weiter an den Mustern, bis die nächste Kollektion steht. Wir arbeiten dort direkt in der Werkstatt, man kann jede Änderung und Idee also sofort ausprobieren, und auf einem Riesenteppich nebendran lassen sich prima unendliche Mengen an Mustern, Steinproben und Zeichnungen ausbreiten. Dabei gibt es Unmengen von Chai und es geht sehr gemütlich zu. Schnelligkeit und Effektivität haben definitiv einen anderen Stellenwert und es tut gut, die Sachen mal recht langsam anzugehen. Wenn dieser Prozess dann beendet ist, übernehmen Vipin und Parimal die Produktion. 

Magst du ein bisschen von den beiden erzählen?
Vipin ist Ende 20 und hat dieses Jahr seine große Liebe aus Schulzeiten geheiratet. Das hat uns riesig gefreut, da es zwischendurch so aussah, als ob es vielleicht kein Happy End geben würde. Die beiden sind aus verschiedenen Kasten und eine Liebesheirat ist immer noch nicht Standard.

Parimal kommt, wie viele Silber- und Goldschmiede in Jaipur, eigentlich aus Kalkutta und lebt zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn in einer Straße in der Altstadt, in der viele Bengalen wohnen. Eine richtige kleine Community mit eigenem Tempel und starkem Zusammenhalt. Einmal im Jahr fahren sie mit dem Zug nach Kalkutta und besuchen ihre Familien dort für einen Monat. Bei der Arbeit schaut er gerne Cricket auf seinem total zerkratztem Handy. Und ohne Nickerchen geht nach dem Mittagessen gar nichts.

Beide finden eigentlich traditionellen indischen Schmuck mit ordentlich viel Schnörkeln und Ornamenten besser und lachen immer ein bisschen, wenn wir da sitzen und etwas gerne noch schlichter hätten oder als fertig deklarieren, ohne dass es irgendeine Art der Verzierung hat. Aber mittlerweile kennen wir gegenseitig unsere Geschmäcker und das macht die Arbeit einfacher und auch noch lustiger.



Was hast du von deinen Reisen nach Indien wieder mit nach Hause gebracht – an Eindrücken, Erfahrungen, Fundstücken?
Ich glaube, das Wichtigste, das ich jedes Mal mitnehme, ist eine große Portion Dankbarkeit dafür, wie gut es mir geht. Dazu kommt das Gefühl der eigenen Lächerlichkeit, wenn ich mich über Kleinigkeiten im Alltag aufrege. Indien rückt alles in Perspektive. Und dann sind da natürlich noch all die bunten, verrückten, lauten, intensiven Momente und Bilder, die einen fast umhauen. Ganz konkret bringe ich auch immer einen Haufen schöner Schals, Kissenhüllen oder Decken für den Laden mit, denn das Bedrucken von Baumwollstoffen ist eine der anderen Handwerkstraditionen aus der Gegend und viele der Stoffe sind unglaublich schön.

Wie ist deine Liebe zu Asien und Skandinavien eigentlich entstanden? In deinem Laden zeigst du ja deine Lieblingsstücke aus beiden Regionen?
Bei beiden Gegenden gab es immer schon eine gewisse Neugier und Faszination meinerseits, die sich dann auf meinen ersten Reisen ohne Eltern (Interrail in Skandinavien mit 16 – oh, klingt das altmodisch – und eine Reise quer durch Südostasien nach dem Abi) in eine große Liebe zu den Regionen verwandelt haben. Zu den Menschen, dem Essen, dem Alltag, den Gegenständen. Für mich haben beide Gegenden sowohl im Bereich Design, als auch bei den Alltagsobjekten so viel Tolles zu bieten, dass ich noch viele Jahre auf Entdeckungstour gehen möchte. Und in Vietnam habe ich auch meinen Freund Chris getroffen, einen Dänen, der zum Glück sowohl meine Reiseleidenschaft als auch die regionalen Vorlieben teilt.



Wieviele Sprachen sprichst du eigentlich?
Leider nicht so viele, wie ich es schön fände. Dänisch und Englisch so im normalen Leben und dann Radebrechen bei Französisch und Mandarin. Da reicht es immer nur für das Nötigste. Leider gar kein Hindi, was aber insofern unproblematisch ist, dass viele Inder ja gut Englisch sprechen und bis jetzt jedes Mal eine gute Seele geholfen hat, wenn dem nicht so war.

Unser erstes Interview haben wir 2011 gemacht – kurz nach der Eröffnung deines Ladens. Wie ist es dir seither mit deinem Laden ergangen? 
Gut, anders kann man das nicht sagen. Ich freue mich eigentlich jeden Tag auf meine Arbeit, über die Jahre hat ting so viele nette, tolle Kunden angezogen, bei denen ich mich freue, wenn sie in den Laden kommen, dafür bin ich sehr dankbar.

Du hast den Schritt der Ladengründung also nie bereut?
Bereut habe ich es nie. Manchmal gibt es in meinem Freiheitsdrang allerdings Momente, in denen es schwierig ist, einen Laden mit festen Öffnungszeiten zu haben. Das ist auch eine Verpflichtung – aber dafür habe und hatte ich immer tolle Mitarbeiterinnen, die den Laden auch schmeißen können, wenn ich nicht da bin. Ich kann also immer noch in der Welt herumreisen.

Falls ihr jetzt auch gerne ein Stück aus dieser Kollektion hättet: Unter allen Kommentaren verlose ich eine Circle Dot-Kette in Silber, wenn ihr mir bis zum 2. April um 20 Uhr schreibt, was euer Leben gerade ein bisschen schöner macht. Bitte keine Email-Adresse hinterlassen, sondern einfach gucken, wer gewonnen hat. Viel Glück!

ting, Rykestraße 41, 10405 Berlin, Email: hello@ting-shop.com. Und die ting goods sind hier zu finden.

Alle Fotos: ting.

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Danke für all eure schönen Kommentare, ich habe sie so gerne gelesen! Gewonnen hat Katja mit ihrem Kommentar vom 29. März (11:03 Uhr). Liebe Katja, herzlichen Glückwunsch! Schreibst du mir eine Email an postanslomo(at)gmail(dot)com mit deiner Adresse? Vielen Dank.
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